Mein Fernabitur in einem Jahr – Wie ich es geschafft habe mein Fernabitur in einem Jahr zu machen

fernabitur in einem jahr

Rebecca Schmidt

Ich hatte als Schüler die Vorstellung, irgendwann einen tollen Job zu haben, der mir Spaß machte und in dem ich auch gut verdienen würde. In der Schulzeit stand ich mir aber selbst im Weg, bin als Konsequenz nach der 10. Klasse ab- und in eine Ausbildung gegangen. Nach der Ausbildung war ich in einem Bürojob gefangen, der mich weder forderte, noch interessant war. Der Verdienst war gerade so okay, aber auch nicht mehr. Nach einem Jahr im Job wachte ich endlich auf und wollte unbedingt mehr aus mir machen.

Medizin studieren, das war mein Traum. Ein scheinbar langer Weg bis dahin. Aber ich war endlich motiviert. Heute studiere ich Medizin und bin so motiviert und engagiert wie nie, mein Leben selbst zu lenken und meinen Träumen nachzugehen.

Meine Unlust in der Schulzeit

Ich denke, viele können nachfühlen, dass die Lehrer in meiner Schulzeit es nicht wirklich schafften, mich in ihr Fach mitzunehmen und mich zu begeistern. Als Jugendliche dachte ich zwar über meine Zukunft nach, die Jobs, die ich gerne haben würde, aber es blieb alles vage. Natürlich ließ ich mich bei jeder Gelegenheit ablenken, um ja nicht dem Unterricht folgen zu müssen, und war leider selbst allzu oft die Quelle von Störungen des Unterrichts.

Dabei wollte ich nach der Schule studieren gehen, etwas Tolles machen und werden. Auch wenn ich noch nicht genau wusste, was. Der Unwillen gegenüber der Schule war aber leider größer und so bekam ich in jedem neuen Schuljahr mehr und mehr Schwierigkeiten, ordentliche Noten zu erreichen. Meine Eltern waren auch nicht gerade begeistert, aber wer hört mit 15 schon auf seine Eltern?

Zu Beginn der 10. Klasse, in die ich gerade so versetzt worden war, wurde mir dann doch etwas klar: Schule und ich, das ging nicht mehr lange gut. Meine Motivation fürs Lernen war am Tiefpunkt, mein Interesse gleich Null und ich war überhaupt nur noch da, um mit Freunden zu quatschen. Also habe ich angefangen, mich nach Ausbildungsstellen umzusehen. Etwas später habe ich tatsächlich eine gefunden. Ich musste die 10. Klasse nur noch abschließen, meinen Sek-I-Abschluss in der Tasche haben. Das gab mir immerhin ein Ziel, das ich erreichen wollte, und schließlich auch schaffte.

Der Job im Büro, der mich nicht forderte

Weg von der Schule zu sein, war zuerst ein starkes Gefühl. Die ganzen Pläne, die sich ums Studieren drehten, waren da im ersten Moment vergessen. Zwar ging es zwei Tage die Woche in die Berufsschule, aber das war irgendwie was völlig anderes. Da schienen selbst die Lehrer manchmal zu erwarten, dass ihre Schüler nur zum Quatschen da waren. So oder so, das erste halbe Ausbildungsjahr war eine tolle Sache, ich habe bei meiner Ausbildungsfirma viel lernen dürfen, verdiente das erste Mal in meinem Leben eigenes Geld – auch wenn es nicht viel war.

Diese anfängliche Euphorie schwand dann aber nach und nach. Die Ausbildungszeit war unterm Strich schon in Ordnung, mein Arbeitgeber ganz gut und mit den meisten Kollegen habe ich mich auch gut verstanden. Im Grunde wurde mir aber bereits im zweiten Ausbildungsjahr klar, dass ich mit diesem Job wohl nicht glücklich werden würde. Ein Bürojob im kaufmännischen Bereich ist für viele sicherlich etwas Tolles, mir lag es aber am Ende doch nicht so richtig.

Dennoch, ich zog die Ausbildung durch. Meine Ausbildungsfirma übernahm mich nicht, empfahl mich aber weiter und so bekam ich eine Anstellung in einem anderen Unternehmen. Die Aufgaben und Tätigkeiten dort waren etwas Abwechslungsreicher als die in meiner Ausbildung, das Gehalt war natürlich auch besser, aber zufrieden war ich nicht.

Mit Macht kamen meine alten Träume zurück, die plötzlich viel klarer vor meinem geistigen Auge standen. Medizin, das war etwas, das mich wirklich interessierte. Also recherchierte ich, wie und wo ich mich am besten für ein Medizinstudium einschreiben konnte. Ich traute es mir zu, aber mit meinem Hintergrund war ein Studieneinstieg natürlich nicht so einfach. Das Abitur musste ich nachholen und am besten gleich mit sehr guten Noten ablegen. Eine Herausforderung, aber endlich war mein Ehrgeiz geweckt.

Das Fernabitur in einem Jahr

Ich informierte mich also über die Alternativen, wie nun doch noch zu meinem Abitur kommen konnte. Wieder zurück an die Schule war keine Option, da wurde ich der Möglichkeit des Fernabis gewahr. So konnte ich weiterarbeiten und Geld verdienen sowie gleichzeitig mein Abitur nachholen. Ich habe die verschiedenen Fernschulen verglichen und mich letztlich für die ILS entschieden. Die ILS schien meinen Bedürfnissen am ehesten gerecht zu werden.

Achtung! Es gibt in Deutschland nur 4 Fernschulen an denen du dein Abitur als Fernabitur nachholen kannst. Wir auf jedenfall einen Blick in die kostenlosen Studienbroschüren auf den Webseiten der Fernschulen und vergleiche die monatlich anfallenden Kosten miteinander.

Tatsächlich konnte ich mit den elektronischen Materialien und Webinaren so gut lernen, dass ich sehr zügig durch den Stoff kam. Die Vorbereitung auf die Abiprüfungen war wirklich ausgesprochen gut. In meinem Tempo für mich zu lernen, gleichzeitig dieses Ziel des Medizinstudiums vor Augen, das brachte mir die notwendige Motivation und Selbstdisziplin. Ich konnte mir den Unterrichtsstoff deutlich vor der Zeit selbst aneignen, zeitweise war ich so motiviert, dass ich manchmal den Eindruck hatte, neben dem Lernen zu arbeiten statt umgekehrt. Innerhalb eines Jahres hatte ich dann mein Abi nachgeholt

Gründe warum ich es in einem Jahr geschafft habe

  • Ich hatte ein Ziel vor Augen
  • Ich hatte einen Lehrplan
  • Der wichtigste Grund: Es gab am ILS Zwei Prüfungstermine im Jahr

Ich habe mich danach direkt um einen Studienplatz der Medizin an fünf Universitäten beworben. Drei gaben mir eine Zusage, so konnte ich mir auch noch die beste von aussuchen. Heute studiere ich Medizin, bin im dritten Semester und habe meine Prüfungen bisher alle bestanden. Wichtiger, ich bin so motiviert wie nie, will diesen Weg zu meinem Traumjob Arzt bestreiten. Vielleicht habe ich den Umweg gebraucht. Zu spät war es nicht.

Wichtig: Denkt immer daran, dass es sich beim Fernabitur nicht um ein Jura oder Medizinstudium handelt. Das haben schon andere vor euch geschafft. Sogar ich 😉

Das Fernabitur
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